Nach seinem Erstlingswerk „Komm, lass uns Panzer fahren“ begibt sich Georg Weisfeld in seinem zweiten Solo mit seiner Figur des karrieregeilen Losers auf eine unglaublich skurrile Mission der Berufsfindung. „Weisfeld macht blau“ entpuppt sich zu einer fantastischen Odyssee, die die verschiedensten Berufsgenres streift und jedes normale Multitalent in die Verzweiflung treiben würde. Nicht so Georg Weisfeld. Genialität und Einfallsreichtum gepaart mit Größenwahn und Arroganz, bringen ihn dazu, auch die bizarrsten Jobangebote zu meistern. Er schlägt sich durch als Chronist einer Volksmusikbandtournee, setzt als Kommentator bei Sportarten, die man als solche noch nicht kennt, neue Maßstäbe und verschafft quotengeilen Fernsehsendern ungeahnte Einblicke in die Geheimnisse seiner zwielichtigen Nachbarschaft.
Nebenbei eröffnet er den vom sozialen Brennpunkt-Vokabular gebeutelten Neuköllner Jugendlichen durch moderne Tanzpädagogik neue Perspektiven.
Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich eng beieinander. Und Georg Weisfeld kostet dieses energetische Gespann in vollen Zügen aus – sehr zum Leidwesen eines GEZ-Schnüfflers. Nur soviel - „Psycho“ ist nichts dagegen.
„Weisfeld macht blau“ ist sicherlich kein politischer Kabarettabend, aber auch kein klassisches Comedyprogramm, da sich in den sehr persönlich erzählten Geschichten auch viel bissige Gesellschaftskritik verbirgt.
In der Presse wird der Mann mit der „Amy-Winehouse-Turm-Gedächtnisfrisur“ als ein „Meister der leiseren Töne“ beschrieben, der „eine sehr persönliche Ausdrucksform entwickelt“ hat, die „absolut sehens- und hörenswert“ ist.
Ob nun Comedy oder Kabarett ist Georg Weisfeld egal,ihm war wichtig ein Programm zu entwickeln, das so sparsam an Requisiten ist, dass er jede Spielstätte theoretisch mit dem Fahrrad anfahren kann. „Dies ist mir gelungen“ sagt er jetzt stolz, „nun kann ich bundesweit spielen, außer vielleicht auf Sylt, aber wer will da schon hin...
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